Querschnitt- Malerei und Skulptur
ROLF ROSE – Querschnitt
31.05. 2026 bis 19. 07. 2026
Vernissage am Sonntag, den 31. 05. 2026 um 14. 30 Uhr
Sobald man die Schwelle zu Rolf Roses Atelier überschreitet, taucht man in einen Kosmos ein, der allein der Farbe gehört. Sie ist hier kein bloßes Material, sondern eine alles durchdringende Kraft: Böden, Wände und Türen sind übersät mit einem dichten Geflecht aus getrockneten Schlieren und wilden Farbspritzern, die selbst das schlichte Inventar in ein zufälliges Kunstwerk verwandeln – ein stummes Zeugnis jahrzehntelangen, intensiven Schaffens.
In der Mitte des hohen, lichtdurchfluteten Raumes ruhen auf einem behelfsmäßigen Tisch kleine, eben erst vollendete Leinwände. Die Ölfarbe liegt dort in schweren, pastosen Bahnen, fast wie frisch gepflügte Erde. Tiefe, vertikale Wülste und Rillen strukturieren die Oberfläche, während in ihren Zwischenräumen verborgene Farbschichten hervorbrechen und lichtwerdend an die Oberfläche drängen. Es ist eine Kulisse, die alle Sinne anspricht: Der unverkennbare, leicht nussige Duft der in Öl gebundenen Pigmente sättigt die Luft und macht die Präsenz der Kunstwerke auch mit geschlossenen Augen greifbar.
An den Wänden stapeln sich Malereien aus verschiedenen Jahrzehnten, Leinwand an Leinwand, ein Archiv aus Farbe und Zeit. Besonders die monumentalen Großformate der letzten Jahre fesseln den Blick. Hier begegnen sich die für Rose charakteristische Disziplin von Farbschichtungen mit Rakel und Spachtel und dem entfesselten Fluss der Farbschüttung. Es ist ein Moment des kontrollierten Loslassens: Rose vertraut der Eigendynamik der Materie und erlaubt der Farbe, ihren eigenen, unvorhersehbaren Weg über den Bildgrund zu suchen.
Der 1933 in Halberstadt, Sachsen-Anhalt geborene Rolf Rose zog im Alter von 20 Jahren nach Hamburg, wo er seinen Lebensunterhalt zunächst mit verschiedenen Gelegenheitsjobs verdiente. Besonders prägend war dabei seine Zeit als Assistent in einer namhaften Galerie. Eine Tätigkeit die ihm ermöglichte wertvolle Einblicke in den Kunstbetrieb zu erlangen, auch ohne je eine klassische Kunstakademie besucht zu haben.
In den 1960er Jahren malte er zunächst gegenständlich, vollzog dann aber Ende des Jahrzehnts, angeregt durch die Pop Art und Farbfeldmalerei, mit ihren überwiegend amerikanischen Vertretern, einen konsequenten Wandel zur Abstraktion und ließ fortan die Farbe zum Protagonisten in seinen Werken werden. Roses Arbeitsprozess ist ein physischer Akt des Ordnens. In seiner Arbeit verbindet er die Lust am materiellen Experiment mit einer konsequenten formalen Klarheit. Für Rolf Rose ist es wichtig, dass sein Oeuvre als Einheit verstanden wird – jedes Werk knüpft an das vorherige an und schlägt eine Brücke zwischen Gestern und Heute.
Seit den 1980er Jahren lebt und arbeitet Rose in Krempe und hat sich als einer der bedeutendsten Autodidakten innerhalb der zeitgenössischen deutschen Kunstszene etabliert. Dass seine Arbeiten heute zur zeitgenössischen Spitze gehören, zeigt auch ihre Aufnahme in renommierte öffentliche und private Sammlungen wie die Hamburger Kunsthalle, das Lenbachhaus in München oder das Kunstmuseum Bonn.
Katharina Thielicke M.A.
Vernissage
Vernissage- natürlich wird Rolf Rose anwesend sein
Kunst.Sprech.Stunde
Wie betrachten gemeinsam ein oder zwei Bilder und kommen anschließend darüber ins Gespräch
Künstlergespräch
Rolf Rose und die Besucher*innen kommen mit einander ins Gespräch








